Lohengrin und Die Walküre
Wilhelm Richard Wagner (geb. 22.5.1813 in Leipzig, gest. 13.2.1883 in Venedig), deutscher Opernkomponist.
Wagner begann seine musikalische Laufbahn als Korrepetitor am Theater in Würzburg. Als Dirigent wurde er danach in Magdeburg, Königsberg, Riga und vorübergehend (1839-42) in Paris tätig, wo er mit Heinrich Heine und Hector Berlioz zusammenkam. Von 1842 bis 1849 lebte Wagner in Dresden, wo seine erste Oper "Rienzi" (1842) sowie "Der Fliegende Holländer" (1843) ohne großen Erfolg uraufgeführt wurden. In der sächsischen Metropole wurde der Opernkomponist Hofkapellmeister; 1845 folgte die Premiere von "Tannhäuser". 1849 mußte Wagner aus Deutschland flüchten, weil gegen ihn ein Haftbefehl vorlag mit der Beschuldigung, am sächsischen Aufstand teilgenommen zu haben. In seinem Züricher Exil arbeitete der Komponist am "Ring des Nibelungen" und schrieb unter dem Einfluß der unglücklichen Liebe zur Frau seines Gastgebers, Mathilde Wesendonck, das Bühnenwerk "Tristan und Isolde". Anfang 1864 erhielt er von König Ludwig II. von Bayern eine Einladung nach München und lebte seit 1867 in Triebschen am Luzerner See. Hier entstanden der Schluß von "Die Meistersinger von Nürnberg", "Siegfried" und der größte Teil der "Götterdämmerung", daneben die Schriften "Über das Dirigieren", über Ludwig van Beethoven sowie die Autobiographie "Mein Leben". Im Jahre 1870 heiratete der Dresdner Cosima Bülow, die Tochter von Franz Liszt. 1876 wurde das Festspielhaus in Bayreuth eröffnet; beim anschließenden Aufenthalt in Italien traf Wagner u.a. mit Friedrich Nietzsche und Joseph Arthur Gobineau zusammen. 1882 entstand Wagners letzte Oper "Parsifal". Am 13. Februar 1883 starb der größte deutsche Opernkomponist des 19. Jahrhunderts in Venedig. Die Bedeutung Wagners liegt in der Konzeption des Gesamtkunstwerks, in dem Text, Musik und Handlung sowie Bühnenbild, -aktion und -regie zu einem Ganzen werden. Dadurch bewirkte Wagner eine fundamentale Änderung in der Struktur der Oper. Wagner bezeichnete seine Bühnenkompositionen deshalb auch als Musikdrama. Mit der konsequenten Verwendung der Leitmotivtechnik hatten Wagner auch über die Opernkomposition hinaus großen Einfluß auf die spätere Musikentwicklung.
Die Musikdramen:
"Die Feen" (München 1888)
"Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo" (Magdeburg 1836)
"Rienzi, der Letzte der Tribunen" (Dresden 1842)
"Der Fliegende Holländer" (Dresden 1843)
"Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg" (Dresden 1845)
“Lohengrin (Weimar 1850)
"Tristan und Isolde" (München 1865)
"Die Meistersinger von Nürnberg" (München 1868)
"Parsifal" (Bayreuth 1882)
Zyklus "Der Ring des Nibelungen":
"Das Rheingold" (München 1869)
Die Walküre (München 1870) „Cover des Programm Heftes, Meininger Theater“
"Siegfried" (Bayreuth 1876)
"Götterdämmerung" (Bayreuth 1876)
Die Walküre, Oper in 3 Aufzügen von Richard Wagner.
Die Uraufführung der Oper "Die Walküre" von Richard Wagner fand in München am 26. Juni 1870 im Hof- und Nationaltheater statt. Die erste komplette Aufführung des gesamten Zyklus fand vom 13. bis 17. August 1876 im Bayreuther Festspielhaus statt.
Die Bühnenhandlung
Die Handlung ist in den Gesamtzyklus des Bühnenfestspiels "Der Ring des Nibelungen" eingebettet. Der "Walküre" geht die Oper "Rheingold" voraus, und es folgen als Abschluß der Tetralogie die Opern "Siegfried" und "Götterdämmerung".
Rheingold, Ring und Tarnhelm sind in den Besitz des Riesen Fafner gelangt, der in einer Höhle als riesiger Drache seinen Schatz behütet. Wotan, der höchste Gott, hat mit Erda die Walküre Brünnhilde gezeugt. Er weiß, daß den Göttern der Untergang droht, falls der Nibelung Alberich wieder in den Besitz des Ringes kommt. So steigt Wotan in menschlicher Gestalt auf die Erde herab und zeugt mit einer irdischen Frau die Wälsungen Siegmund und Sieglinde, mit deren Hilfe er in den Besitz des Ringes zu kommen gedenkt.
1. Aufzug
Auf der Flucht vor seinen Feinden erreicht Siegmund ein Haus, in dem er Zuflucht findet. Die Herrin des Hauses ist Sieglinde, die Gattin Hundings, der abwesend ist. Als der Hausherr zurückkehrt, ist er gegenüber dem Neuankömmling sofort mißtrauisch. Und als sich Siegmund mit dem Namen Wehwalt vorstellt, vermeint Hunding seinen ärgsten Feind vor sich zu sehen und fordert ihn zum Kampf am folgenden Morgen; diese Nacht gelte noch das Gastrecht. Als er von seiner Frau noch einen Nachttrunk fordert, mischt diese ihm ein Schlafmittel hinein. Als Siegmund und Sieglinde allein sind und um das Haus streifen, findet Siegmund in einer Esche ein Schwert vor, daß bislang noch niemand herauszuziehen vermochte. Als Sieglinde daraufhin von ihrer Vergangenheit erzählt, erkennen sich beide als Geschwister und gestehen sich ihre Liebe; sie beschließen, gemeinsam zu fliehen. Siegmund zieht das Schwert ohne Mühe aus dem Baum und tauft es auf den Namen Nothung.
2. Aufzug
Wotan hat seinen Sohn Siegmund bereits als Sieger im bevorstehenden Zweikampf auserkoren. Doch Fricka, die göttliche Hüterin der Ehe, fordert Vergeltung für den Ehebruch und die Blutschande des Zwillingspaares; und auch Wotan als der höchste Gott muß sich an die göttlichen Gesetze halten. In seiner Not teilt er Brünnhilde seinen ursprünglichen Plan mit, durch Siegmund und Sieglinde endgültig die Götter und die Welt vom Fluch des Goldes zu befreien. Brünnhilde steht nun die undankbare Aufgabe zu, Siegmund während einer Rast seinen nahen Tod zu verkünden. Doch die Walküre überkommt Mitleid, und sie verspricht, dem Zwillingspaar beizustehen. Schon nähert sich Hunding, und Siegmund stellt sich dem Zweikampf. Als aber Wotan erkennt, daß sich Brünnhilde entgegen seinem Befehl auf die Seite Siegmunds stellt, greift er selbst in den Kampf ein. An seinem Speer zerbricht das Schwert Nothung, und Hunding tötet den verteidigungsunfähigen Siegmund. Sieglinde bricht beim Anblick der Szene ohnmächtig zusammen, und Brünnhilde flieht mit ihr auf dem Pferd Grane.
3. Aufzug
Am Walkürenfelsen angekommen, schickt Brünnhilde Sieglinde in den Fafnerwald, der von den Göttern gemieden wird, und teilt ihr mit, daß sie weiterleben müsse, um ein Kind zu gebären, das dereinst der strahlendste aller Helden (Siegfried) sein wird. Brünnhilde selbst stellt sich der Strafe ihres Vaters Wotan. Durch ihren Ungehorsam ist sie nicht länger mehr würdig, selbst Gottheit zu sein. Zunächst will Wotan sie in Schlaf versenken und dem Manne zur Frau geben, der sie finden und wecken wird. Auf die flehentliche Bitte seiner Tochter hin ändert er das Urteil aber ab: Sieglinde muß auf einem Felsen verharren, der mit einer Feuerwand umgeben ist, und nur dem kühnsten aller Helden wird es vorbehalten sein, sie zu befreien.
Richard Wagner - Der Ring des Nibelungen
Im Jahr 2001 wird am Meininger Theater Richard Wagners umfänglichstes Werk “Der Ring des Nibelungen” Premiere haben. An vier aneinanderfolgenden Abenden erleben Sie Wagners Tetralogie in außergewöhnlicher Umsetzung, die Meininger Tradition mit zeit- und gesellschaftskritischer Interpretation verbinden soll. Inszenatoren wird die international renommierte Opernregisseuren und jetzige Intendantin des Meininger Theaters, Südthüringisches Staatstheater, Christine Mielitz sein. Für die Ausstattung konnte der Wiener Hochschullehrer und Bildhauer Alfred Hrdlicka gewonnen werden, der auf der Basis des historischen Erbes der Bühnenbildner Gebrüder Brückner seine heutige Sicht auf den Mythos richten wird. Eines der zentralen Themen ist die Frage nach den gesellschaftlichen Ursachen von Gewalt und Machtmißbrauch, wie sie gerade im angehenden 21. Jahrhundert von erschreckender Brisanz erscheint. Das Projekt bietet aber auch wegen seiner einmaligen Probenkonstellation optimale Voraussetzungen für eine gereifte künstlerische Realisierung. Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren können die einzelnen Teile zeitversetzt sowohl musikalisch als auch szenisch akribisch einstudiert werden, wodurch vor allem den mitwirkenden Sängern die Möglichkeit zur notwendig gründlichen Auseinandersetzung mit ihren Partien gegeben wird. Die musikalisch Leitung der gesamten Tetralogie liegt in den Händen des jungen, vielfach ausgezeichneten russischen Dirigenten Kyrill Petrenko.
Der Spiegel schrieb: Weiter Zurück Startseite